Was ist
das dicoAE?
Das Ziel dieses Online-Wörterbuchs ist es, die Begriffe und Konzepte der Agrarökologie zu definieren, um das Verständnis für die Herausforderungen und Praktiken von diesem Ansatz zu fördern und so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Es versteht sich als ein Instrument zur Begleitung der agrarökologischen Transformation und soll dazu anregen, über die Nachhaltigkeit von Landwirtschafts- und Ernährungssystemen nachzudenken und diese zu fördern.
Ein dynamisches, multimediales Werkzeug
Die Agrarökologie, die als neue wissenschaftliche Disziplin und Paradigma für Produktion und Konsum anerkannt ist, befindet sich im Aufbau. Ihr Umfang und die damit verbundenen Konzepte sind noch unklar, manchmal umstritten und führen zu Missverständnissen.
Das Wörterbuch bietet über 150 prägnante, wissenschaftlich validierte Definitionen.
Bilder und Videos erleichtern das Verständnis der Definitionen und enthalten Erfahrungsberichte von Wissenschaftler/-innen und Fachleuten aus der Landwirtschaft. Es stehen über 50 originelle und abwechslungsreiche Videos zur Verfügung!
Die Online-Ausgabe steht kostenlose zur Verfügung. Dank ihrer Struktur und ihres Aufbaus bietet sie verschiedene Lesetiefen. Bilder, Videos, Autoreninterviews und Infografiken machen das Wörterbuch zu einem dynamischen Werkzeug.
Es handelt sich ausserdem um ein sich weiterentwickelndes Instrument, das es anderen Akteur/-innen und Regionen ermöglichen soll, sich daran zu beteiligen und es durch Kommentare zu den Definitionen oder Vorschläge für weitere zu definierende Begriffe zu bereichern.
Ein Ergebnis kollaborativer wissenschaftlicher Arbeit
mit Praxispartnern oder Studierenden von Hochschulen für Agrar- und Biowissenschaften (ENSAT, EI Purpan).
In monatlichen Fachseminaren werden die Definitionen diskutiert. Diese Treffen fördern den interdisziplinären Austausch über Begriffe und Konzepte der Agrarökologie. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen arbeiten gemeinsam an der Validierung der Begrifflichkeiten, damit alle Beteiligten damit zufrieden sind.
Interessierte Forschende können die ersten Entwürfe kommentieren und zur Verbesserung beitragen. Nach der gemeinsamen Validierung wird die Definition online veröffentlicht.
Für ein breites Publikum
Das Wörterbuch der Agrarökologie soll ein breites Publikum über die Herausforderungen der Agrarökologie informieren und für das Thema sensibilisieren. Es zeigt auf, wie durch ein Umdenken in den Produktionssystemen eine andere Art der Produktion möglich ist. Ob Bürger/-innen, landwirtschaftliche Fachkräfte, Entwicklungsakteur/-innen, Forschende oder Studierende – wir alle sind von den Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung betroffen.
Als wichtiges pädagogisches Instrument ermöglicht das Wörterbuch einem breiten Publikum – von Bürgerinnen und Bürgern über Landwirtinnen und Landwirte bis hin zu Lehrenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit –, die Bedeutung der heute in der Agrarökologie gebräuchlichen Begriffe zu erfassen. Damit richtet es sich an alle, die sich für die agrarökologische Transformation einsetzen und ihre Praktiken weiterentwickeln möchten..

In welchen Regionen ist das Projekt verankert?
Das Projekt wurde in der Region Okzitanien initiiert, seine Ambition geht jedoch weit über regionale Grenzen hinaus. Agrarökologie betrifft alle Regionen und eine Vielzahl von Akteuren und Akteurinnen.
Die im Wörterbuch enthaltenen Definitionen sind nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt: Sie beruhen auf grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Akteure und Akteurinnen sind eingeladen, diese Definitionen als gemeinsame Wissensbasis zu nutzen und die Besonderheiten ihrer lokalen Kontexte einzubeziehen.
Unsere Geschichte
Das Wörterbuch der Agrarökologie entstand aus einem Monitoring- und Analyseprojekt des frankophonen Webs zur Agrarökologie, das zwischen 2015 und 2017 in der Region Midi-Pyrénées durchgeführt wurde – einer der grössten Agrarregionen Frankreichs.
Diese Beobachtung ermöglichte die Erstellung einer ersten Liste von über 300 Begriffen, die die Vielfalt der agrarökologischen Themen widerspiegeln.
Angesichts des Fehlens klarer und geteilter Definitionen initiierten Véronique Batifol und Marie-Colette Fauré (INRAE, Abteilung ACT) die Erstellung des Wörterbuchs, bald unterstützt von Sophie Aubin (DipSO). Forschende aus verschiedenen Disziplinen bereicherten das Projekt.
Acht Jahre lang koordinierte Véronique Batifol das Wörterbuch und machte es zu einem echten Lehrinstrument. 2024 übernahm Sabine Arbeille (Sciences Eaux & Territoires, DipSO) die Leitung.
Seit Herbst 2025 liegt die redaktionelle Koordination bei Valérie Pagneux (DipSO). Das Redaktionsteam unter der Leitung der Chefredakteure Marie-Benoît Magrini (INRAE, UMR AGIR) und Simon Giulliano (Purpan, UMR AGIR) sowie assoziierten Herausgebern entwickelt das Wörterbuch weiter, um es zu bereichern, bekannt zu machen und einem immer breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Unsere Ambition: die Agrarökologische Transformation begleiten
Die Transformation hin zu nachhaltigeren und leistungsfähigeren Produktionssystemen in allen Dimensionen – ökonomisch, ökologisch und sozial – ist eine der grossen Herausforderungen für die Agrarforschung und die landwirtschaftliche Bildung.
Heute führt der Übergang zu agrarökologischen Systemen dazu, dass alle Akteur/-innen ihre Praktiken neu überdenken und neues Wissen entwickeln. Die in der Praxis gebräuchlichen Fachbegriffe ebenso wie die in der Forschung verwendeten Konzepte entwickeln sich im Verlauf dieser Transformation weiter.
Die Verwendung von Begriffen ist für die Akteur/-innen der Agrarökologie sinnstiftend, und ein Wörterbuch als strukturierte Sammlung von Terminologie hat zum Ziel, diese Bedeutungen sichtbar zu machen.
Mit dem Wörterbuch der Agrarökologie verfolgen wir mehrere Ziele:
- die Begriffe zu erfassen und ihren Bedeutungen nachzugehen, um eine gemeinsame Sprache zur Agrarökologie zu entwickeln
- zur Ausbildung junger Menschen in der Agrarökologie beizutragen, als zukünftige Akteurinnen und Akteure in Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt,
- Landwirt/-innen Werkzeuge an die Hand geben, um ihre Praktiken weiterzuentwickeln und sich für eine leistungsfähige, umweltfreundlichere und sozial gerechtere Landwirtschaft zu engagieren
- Die breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren


