Wirtschaftlich-ökologische Interessengruppe
Die wirtschaftlich-ökologische Interessengruppe (WÖIG) ist eine Bezeichnung, die vom französischen Staat vergeben wird, um eine Gruppe von Landwirtinnen und Landwirten anzuerkennen, die sich in einem gemeinsamen, mehrjährigen Vorhaben engagieren. Ziel ist es, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern und damit die Entwicklung und den Erhalt nachhaltiger Landwirtschaftsbetriebe zu fördern.
Die WÖIG umfasst zwischen 2 und 100 Landwirt/-innen (durchschnittlich 20), die eine gleiche Produktionsrichtung verfolgen (z. B. Ackerbau, Rinderhaltung, Weinbau, Gemüsebau). Die WÖIG deckt eine breite Themenvielfalt ab (Reduzierung von Betriebsmitteln und Pflanzenschutzmitteln, Futterautonomie und Agropastoralismus, Bodenkonservierung und Bodenbedeckung, Entwicklung integrierter oder diversifizierter Wertschöpfungsketten). Sie werden von Akteuren und Akteurinnen der Branche (Genossenschaften, Branchenverbände usw.), der Region (lokale Behörden) und der Zivilgesellschaft (Vereinigungen) unterstützt. Gemeinsam bilden Landwirt/-innen und Partner/innen ein Netzwerk, das Synergien im Gebiet fördert und die Umsetzung partizipativer Ansätze erleichtert. Die Landwirt/-innen selbst sind die Hauptakteure und -akteurinnen und müssen daher innerhalb der Gruppe in der Mehrheit sein. Bei öffentlichen Finanzierungen (europäisch, national oder regional) werden die Vorhaben bevorzugt und/oder durch eine erhöhte Förderung unterstützt. Um ihre Wirksamkeit zu belegen, wird der Zusammenschluss mindestens alle drei Jahre evaluiert. Die Ergebnisse dieser Bewertungen werden gesammelt, verbreitet und für andere Landwirt/-innen zur Verfügung gestellt.
Die WÖIG ist aufgrund ihres kollektiven und partizipativen Charakters ein Hebel zur Überwindung sozialer und technischer Hürden, die die agrarökologische Transformation in Frankreich bremsen. Die gemeinsame Entwicklung der Projekte beschleunigt die Verbreitung und Aneignung neuer nachhaltiger Praktiken. entstehenden Synergien fördern den Austausch, stärken die landwirtschaftlichen Ak-teure und Akteurinnen und erhalten das soziale Gefüge im ländlichen Raum. Die angestrebten Ziele betreffen die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe, der Arbeitsbedingungen, des Umweltschutzes sowie den Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.
Weitere Informationen
Bidaud F. 2013. Transitions vers la double performance : quelques approches sociologiques de la diffusion des pratiques agroécologiques. Centre d’études et de prospective-Analyse n° 63. 7p.
Légifrance. 2014. Loi n°2014-1170 du 13 octobre 2014 d’avenir pour l’agriculture, l’alimentation et la forêt (1), Légifrance, 27 février 2020, article 3 chapitre 5.
Légifrance. 2014. Instruction technique DGPAAT/SDBE/2014-930 du 25 novembre 2014 relative aux modalités de reconnaissance et de suivi des groupements d’intérêt économique et environnemental créés par l’article 3 de la loi n° 2014-1170 d’avenir pour l’agriculture, l’alimentation et la forêt (LAAAF), ainsi que celles de la capitalisation de leurs résultats. Journal officiel. 34p.
Légifrance. 2015. Instruction technique DGPAATT/SBDE/2005-110 du 5 février 2015 relative à la modification des éléments du dossier de candidature à la reconnaissance en qualité de groupement d’intérêt économique et environnemental (GIEE) pour ce qui concerne les conditions d’éligibilité de la personne morale qui porte le projet. Journal officiel. 4p.
Ministère de l’agriculture et de l’alimentation (Alim’agri) 2019. Près de 10 000 agriculteurs engagés dans les groupements d’intérêt économique et environnemental (GIEE). Consulté le 14 février 2020.

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