Traditionnelles Know-How
Traditionelle landwirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten umfasst Kompetenzen, die durch Erfahrung oder Lehre in der Ausübung einer landwirtschaftlichen Tätigkeit erworben werden. Von traditionellem Know-how zu sprechen bedeutet, dass diese Fähigkeiten von einer Generation zur nächsten erhalten und weitergegeben werden. Die Weitergabe erfolgt durch Beobachtung, praktische Anwendung und die mehr oder weniger originalgetreue Nachahmung anderer Landwirte und Landwirtinnen. Ein Beispiel ist die traditionelle Reberziehung der „Gobelet“-Form in der Gemeinschaft von Pantelleria (Sizilien, Italien). Die Weinbauern von Pantelleria teilen diese Technik seit Generationen im Rahmen von Ritualen und Festen, was massgeblich zur kulturellen Identität der Gemeinschaft beiträgt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg modernisierte sich die Landwirtschaft, und aus Bauern wurden moderne Landwirte. Letztere begannen, ihr Fachwissen auf der Ideologie des technischen Fortschritts und der Wissenschaft zu begründen, anstatt auf von Vorfahren geerbten Fähigkeiten, die als veraltet und überholt galten. Dies markierte einen Bruch in der Weitergabe traditionellen Wissens.
Die Wiederaneignung traditioneller Praktiken wird heute als mögliche Antwort auf die Probleme der intensiven Landwirtschaft betrachtet. In der Agrarökologie aktualisieren und adaptieren Landwirt/-innen diese Traditionen, indem sie lokales Erfahrungswissen synergetisch mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpfen. Ein Beispiel hierfür ist das Saatgut: Während Landwirt/-innen früher ihr eigenes Saatgut selektierten und vermehrten, wurde diese Praxis durch die Saatgutindustrie verdrängt. Heute eignen sich Landwirt/-innen die Sortenselektion schrittweise wieder an, um Pflanzen wieder an lokale Bedingungen und bäuerliche Praktiken anzupassen. Die Agrarökologie bereichert sich an traditionellem Know-how, um neue Produktionssysteme zu entwerfen, die lokale Herausforderungen adressieren.
Weitere Informationen
Centre National de Ressources textuelles et Lexicales (CNRTL). 2012. Savoir-faire. Consulté le 12 février 2019.
Deléage E. 2012. Les paysans dans la modernité. Revue française de socio-économie, vol1, n°9, pp 117-131. doi.org/10.3917/rfse.009.0117.
Organisation des nations unies pour l’alimentation et l’agriculture (FAO). 2019. Culture et traditions alimentaires : en favorisant des régimes alimentaires sains, diversifés et adaptés au plan culturel, l’agroécologie contribue à la sécurité alimentaire et à la nutrition, tout en préservant la santé des écosystèmes. Plateforme des connaissances sur l’agroécologie. Consulté le 12 février 2019.
Meynard, J.M. 2017. L’agroécologie, un nouveau rapport aux savoirs et à l’innovation. OCL Journal, 24(3), D303. 9p. doi.org/10.1051/ocl/2017021.
Organisation des Nations Unies pour l’éducation, la science et la culture (UNESCO). 2014. La pratique agricole traditionnelle de la culture de la “vite ad alberello” (taille de la vigne en gobelet) de la communauté de Pantelleria. Consulté le 12 février 2019.
Organisation Mondiale de la Propriété Intellectuelle (OMPI), 2010. Savoirs traditionnels. Consulté le 12 février 2019.
Haben Sie eine Meinung oder eine Frage zu dieser Definition?
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet