Territorialisierung der Landwirtschaft
Die Territorialisierung der Landwirtschaft bezeichnet den Prozess, bei dem landwirtschaftliche Aktivitäten in direktem Bezug zu den spezifischen Merkmalen eines Gebiets und den dort vorhandenen anderen Aktivitäten aufgebaut werden. Die Untersuchungsebene variiert, liegt jedoch meist auf subregionalem Niveau.
Dieser Aufbau beruht auf einer Gesamtheit lokaler Interaktionen wirtschaftlicher, sozialer und politischer Art (wie sie etwa bei der Regionalisierung der Landwirtschaft wirken). Dieser Prozess bringt materielle und immaterielle Ressourcen (z. B. Wissen) sowie gebietsspezifische Güter hervor, was insbesondere auf die Schaffung von Terroirs oder Kulturerben verweist. Die Territorialisierung stützt sich auf kollektive Lernprozesse, Governance und Institutionalisierung, welche diese lokale Produktion von Gütern und Ressourcen ermöglichen und legitimieren.
Territorialisierte landwirtschaftliche Aktivitäten zielen darauf ab, die dem Gebiet eigenen Potenziale und Ressourcen zu nutzen. Mit dem Ziel, die Ernährungsbedürfnisse der Bevölkerung zu decken, stützt sich die Territorialisierung der Landwirtschaft auf die sogenannten „Projets Alimentaires Territoriaux (PAT)” und trägt so zum Aufbau regionaler Ernährungssysteme bei. Der Ansatz des territorialen Metabolismus hilft dabei, die Stoff- und Energieströme innerhalb und zwischen Gebieten zu quantifizieren, um die Versorgungsquellen der Region zu messen.
Eine agrarökologische Territorialisierung zielt darauf ab, den Einsatz externer Betriebsmittel (wie Petrochemikalien) zu reduzieren, indem sie auf lokale biophysikalische Interaktionen setzt. Diese werden durch eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten im Rahmen eines agrarökologischen Designs gestärkt. In diesem Sinne bezeichnet eine agrarökologische Territorialisierung den Prozess des Aufbaus einer Landwirtschaft, die den Herausforderungen in den Bereichen Ernährung, Umweltmanagement, Beschäftigung und Vielfalt der regionalen Aktivitäten gerecht wird.
Weitere Informationen
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