Teichkläranlage
Die Teichkläranlage (franz. Lagunage) ist ein Verfahren zur Abwasserreinigung, das auf dem biologischen Gleichgewicht einer Abfolge künstlicher Becken beruht.
Das Abwasser wird durch Schwerkraft von einem Becken zum nächsten geleitet, in denen sie etwa zwei Monate verweilen. Die photosynthetische Aktivität der Algen an der Oberfläche der Becken erzeugt Sauerstoff für die aeroben, autochthonen Bakterien, die die organische Substanz im Abwasser abbauen. Das von den Bakterien produzierte Kohlendioxid sowie die freigesetzten Nährstoffe fördern wiederum das Wachstum der Algen. Da am Beckenboden keine Photosynthese stattfindet, werden die Sedimente dort von anaeroben Bakterien zersetzt, wobei Kohlendioxid und Methan entstehen. Dieses Verfahren funktioniert unter der Voraussetzung, dass organische Substanz und Lichtenergie vorhanden sind.
Dieser Reinigungsprozess beruht auf einem ausgewogenen Zusammenspiel von Primärproduzenten (Algen und Phytoplankton), Primärkonsumenten (Bakterien), Karnivoren (Zooplankton und Tiere) sowie Destruenten (Pilze und Bakterien). Der Abbau der organischen Substanz erfolgt durch die spezifischen Funktionen einer geordneten Abfolge von Becken, wodurch das gereinigte Wasser schliesslich in die Umwelt eingeleitet werden kann:
- Anaerobe Lagune (2,5–5 m Tiefe): anaerober Abbau der abgesetzten organischen Substanz;
- Fakultative Lagune (1,2–2,4 m): anaerober und aerober Abbau, insbesondere Reduktion von Phosphor- und Stickstoffgehalten im Wasser;
- Reifungs- oder aerobe Lagune (<1,5 m): Eliminierung von Krankheitserregern, Beschleunigung der Zersetzung (hohe biologische Aktivität von Algen und aeroben Bakterien) sowie Regulation der Algenpopulationen;
- Hochleistungs-Lagune (optional) (0,3–0,6 m): mechanische Sauerstoffzufuhr mechanische Sauerstoffzufuhr, die eine intensive biologische Abbauaktivität auslöst.
Je nach Bedarf können dem System zusätzliche Elemente vor- oder nachgeschaltet werden (z. B. aerobe Becken oder Aquakulturbecken). Die Biomasse aus aeroben Becken (Schilf, Wasserhyazinthen, Wasserlinsen usw.) kann als Futtermittel in der Tierhaltung verwertet werden. In der Agrarökologie stellt die Teichkläranlage ein ökologisches Verfahren zur Behandlung von Hofdünger dar, das durch einen geringen Energieverbrauch gekennzeichnet ist, die Biodiversität fördert und auf ökosystemischen Funktionen basiert.
Weitere Informationen
Agence de l’Eau Rhin-Meuse. 2007. Les procédés d’épuration des petites collectivités du bassin Rhin-Meuse : éléments de comparaison techniques et économiques. 173p.
Bassan M., Dodane P-H., Strande L. 2014. Mécanismes de traitement – Chap III. In: Strande L., Ronteltap M., Brdjanovic D. (Eds.), Faecal Sludge Management: Systems Approach for Implementation and Operation. IWA Publishing. Edition française 2018. pp 47-70.
Atelier Guide d’exploitation EPNAC. 2018. Guide d’exploitation des ouvrages de traitement par lagunage naturel : Filière classique et filières combinées. Atelier thématique EPNAC. Lyon, France. 38p.
Organisation des Nations Unies pour l’éducation, la science et la culture. 2008. Traitement des Eaux Usées par Lagunage. Fiche Technique. Rabbat, Maroc. 8p.
Techniques de l’ingénieur. 2014. Traitement des eaux résiduaires des agglomérations – Filières extensives, c5223, 37p.



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