Relokalisierung der Landwirtschaft
Die Relokalisierung der Landwirtschaft zielt darauf ab, Produzenten und Konsumenten wieder näher zusammenzubringen. Sie setzt verstärkt auf kurze Vertriebswege (Direktvermarktung), um den Landwirt/innen durch den Wegfall zahlreicher Zwischenhändler ein besseres Einkommen zu sichern und die Nähe zum Konsumenten zu fördern. Landwirt/-innen können dabei ganz oder teilweise an Verarbeitung und Vermarktung innerhalb der Region beteiligt sein, in der das Endprodukt konsumiert wird. Dadurch wird eine Reinvestition der Wertschöpfung in der Region möglich, etwa durch Projekte von Landwirt/-innen sowie öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteur/-innen (z.B. die Einrichtung von Erzeugerläden oder gemeinschaftlichen Schlachthöfe/Verarbeitungsbetriebe). Dies stärkt die wirtschaftliche Tragfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe und lokaler Unternehmen, belebt Gemeinden und erhöht die Attraktivität der Regionen. Relokalisierung steigert die Transparenz über die Produktionsweisen und fördert den Aufbau eines starken sozialen Gefüges.
Durch die Vernetzung der Akteure und Akteurinnen einer Wertschöpfungskette (Produzent/-innen, Genossenschaften, Schlachthöfe, Verarbeitungsbetriebe, Konsument/-innen) trägt die Relokalisierung zur lokalen Entwicklung bei. Sie ermöglicht die Wiederaneignung des Themas Ernährung durch die Bürgerinnen und Bürger und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Akteur/-innen, was in eine lokale Ernährungsgovernance münden kann.
Aus Sicht der Agrarökologie begegnet die Relokalisierung zahlreichen regionalen Herausforderungen. Sie wertet das Gebiet auf, indem sie dessen ökologische, ökonomische und soziale Stärken mobilisiert. Sie fördert ein kleinräumiges, resilientes Ernährungssystem, das weniger von globalen oder nationalen Marktpreisen abhängig ist. Die von bestimmten Strömungen der Agrarökologie befürwortete bäuerliche Landwirtschaft verteidigt das Prinzip der Relokalisierung als zentralen Pfeiler.

Weitere Informationen
Alternatives économiques. 2015. « Comment relocaliser la production“ . Alternatives économiques, Rubrique Environnement, n°349, 01/09/2015.
Chiffoleau Y. 2019. « Les circuits courts alimentaires. Entre marché et innovation sociale. ». Erès, Toulouse, 180 p
Commission Relocalisation de la Confédération paysanne. 2012. RELOCALISATION : autonomie pour les paysans, produits de qualité pour les consommateurs. 2p.
Darrot C., Marie M., Hochedez C., Guillemin P., Guillermin P. 2022. « Chronologie de la transition vers l’alimentation locale dans quatre villes de l’Ouest : quels enseignements ? ». Économie rurale 382 | octobre-décembre 2022. DOI : https://doi.org/10.4000/economierurale.10718
Transrural Initiatives. 2008. Les premiers pas de l’agriculture vers la relocalisation de l’économie. TRANSRURAL Initiatives. Dossiers n°359. 8p.
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