Regionales Ernährungsprojekt
Das Regionale Ernährungsprojekt (REP) wurde in Frankreich im Gesetz über die Zukunft von Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft vom 13. Oktober 2014 definiert. Ihr Ziel ist es, eine nachhaltige Landwirtschaft und eine qualitativ hochwertige Ernährung in den Regionen zu entwickeln, um zur Stärkung regional verankerter Wertschöpfungsketten beizutragen und ein territoriales Ernährungssystem aufzubauen, das an den drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet ist: ökonomisch, ökologisch und sozial. In dieser Hinsicht kann dieses Instrument die Umsetzung der agrarökologischen Transformation auf regionaler Ebene ermöglichen.
Die Herausforderung des REPs besteht darin, die Akteure eines Gebietes in ihrer Vielfalt zusammenzubringen und zu mobilisieren, um eine gemeinsame Strategie rund um Ernährung und deren Auswir-kungen zu entwickeln. Die Ausarbeitung kann folgende Akteure einbeziehen: Produzent/-innen, Entwicklungsorganisationen, lokale Behörden, Unternehmen und Genossenschaften, Akteur/-innen der Zivilgesellschaft und der Sozial- und Solidarwirtschaft, Forschende usw. Die Ziele basieren auf einer gemeinsam erarbeiteten Diagnose der Landwirtschaft und Ernährung in der Region und werden in Aktionsplänen konkretisiert. Das REP wird in der Regel von lokalen Behörden getragen, sprich von Gemeinden, Gemeindeverbänden und Departements. Sie werden teilweise über Ausschreibungen des „Programme National pour l’Alimentation“ (Nationales Ernährungsprogramm) finanziert und müssen mit den Zielen anderer Programme und Gesetze übereinstimmen, etwa des „Programme National Nutrition Santé“ (Nationales Gesundheits- und Ernährungsprogramm) – etwa bei der Belie-ferung von Schulkantinen, Lebensmittelverschwendung oder der Ernährungssicherung für Bedürftige.
Das REP wurde vorwiegend von städtischen Gebieten als Instrument aufgegriffen, beeinflusst durch einen internationalen Kontext, der den Fokus auf städtische Ernährungspolitik legte (wie der Mailänder Pakt zur städtischen Ernährungspolitik von 2015 zeigt). Seitdem haben Gebiete aller Art REPs eingeführt, was sich in ihrer Anzahl widerspiegelt: Im Jahr 2023 waren in Frankreich mehr als 400 staatlich anerkannt.
Weitere Informationen
Guillot L., Blatrix C. 2021. Alimentation, État et territoires. Diffusion et reconnaissance des Projets Alimentaires Territoriaux en France (2014–2021). Géographie, Économie, Société 23, 437-459, https://doi.org/10.3166/ges.2021.0017
Ministère de l’agriculture et de la souveraineté alimentaire. Dossier « Tout savoir sur les projets alimentaires territoriaux (PAT) ». Consulté le 25 janvier 2024.
Pinaud G., Parfait G., Poret S., George E., Madelrieux S., Duvernoy I. 2023. «Alimentation et territoires : les scientifiques d’INRAE en appui des projets alimentaires territoriaux». Dossier INRAE Appui aux politiques publiques. 22p.
Réseau national des Projets Alimentaires Territoriaux (RnPAT)

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