Nachhaltige Tierernährung
Die nachhaltige Fütterung von Nutztieren hat zum Ziel, eine ausgewogene Ration bereitzustellen, die sowohl die Ernährungsbedürfnisse (Erhaltung, Wachstum, Fortpflanzung, Produktionsleistungen, Gesundheit) als auch das artspezifische Verhalten der Tiere berücksichtigt und sich gleichzeitig in den Rahmen der nachhaltigen Entwicklung einfügt.
Dementsprechend sollen Produktions-, Verarbeitungs-, Lagerungs- und Vertriebsweisen bevorzugt werden, die negative Umweltwirkungen minimieren. Dazu gehören insbesondere die Minimierung des Wasserverbrauchs, des Einsatzes von Betriebsmitteln (z. B. Kunstdünger, Pflanzenschutzmittel), der Treibhausgasemissionen sowie der Bodenversauerung und Gewässereutrophierung. Die Verwertung von Nebenprodukten und ein verbessertes Düngemanagement sind hierbei Lö-sungsansätze. Die eingesetzten Futtermittel sollen die Physiologie der Tiere respektieren (z. B. Faserbedarf bei Wiederkäuern), die Gesundheit fördern (z. B. durch ausreichende Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen), toxische Substanzen vermeiden (z. B. Xenobiotika oder Mykotoxine) und zur Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte für die Konsumenten beitragen (z. B. durch einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren). Aus sozioökonomischer Perspektive ist es wichtig, regionale und lokal verfügbare Futtermittel zu bevorzugen, die nicht in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen. In dieser Hinsicht ist die Verwertung pflanzlicher Nebenprodukte oder von Nebenprodukten aus der Lebensmittelindustrie sowie die Nutzung von Grasland besonders interessant.
Eine nachhaltige Fütterung berücksichtigt darüber hinaus das natürliche Fressverhalten der Tiere, (z. B. Weidegang für Wiederkäuer, ganze Körner für Geflügel) und trägt so zum Tierwohl bei.
Schliesslich muss eine nachhaltige Fütterung auch ökonomisch tragfähig sein. Sie sollte zu finanziell tragbaren Produktionskosten führen, etwa durch Senkung der Futterkosten und/oder durch eine bessere Wertschöpfung aus nachhaltig erzeugten Tierprodukten.
Weitere Informationen
Académie des technologies. 2016. Q6 – Faut-il consommer moins de viande ? In 10 Questions à Pierre Feillet «Comment bien se nourrir en respectant la planète et notre santé ? ». pp 53-61. EDP Sciences 143p. ISBN : 978-2-7598-2084-9
Duralim. Charte d’engagements. 1p.
Mouraud E. 2016. 5e Congrès mondial feed&food : l’alimentation animale cruciale pour une production durable. La Revue de l’alimentation animale 698 – Juillet-août 2016.
Syndicat national de l’industrie de la nutrition animale (SNIA). 2010. 10 engagements pour l’avenir. 2p.
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