Mischweide
Die Mischweide ist eine Bewirtschaftungsform, bei der verschiedene Tierarten (meist Rinder, Pferde oder Esel und Kleinwiederkäuer) gleichzeitig oder abwechselnd auf derselben Parzelle gehalten werden. Diese Form der Beweidung ermöglicht eine bessere Verwertung der Futterressourcen, eine Verringerung des Parasitenbefalls und eine Verbesserung der Biodiversität der Weide.
Obwohl die Mischbeweidung historisch weit verbreitet war, nahm sie mit der zunehmenden Spezialisierung der Landwirtschaftsbetriebe stetig ab. Dennoch leistet sie einen wichtigen Beitrag zu einem integrierten System der Nutztierhaltung und bietet zahlreiche Vorteile, die insbesondere bei Wiederkäuern gut dokumentiert sind:
- Verwertung aller Futterressource: Die Tierarten nutzen weder dieselben Vegetationsschichten noch dieselben Pflanzenarten. Ausserdem kann die Mischweide dazu beitragen, Geilstellen (Grasnarben mit Weideresten) zu verringern, die tatsächlich abgefressene Biomasse zu erhöhen und die Futterautonomie zu stärken.
- Verringerung des Magen Darm Parasitenbefalls (v. a. Strongyliden): Insbesondere bei Kleinwiederkäuern wirkt der sogenannte Verdünnungseffekt: Da viele Parasiten artspezifisch sind, wird ihr Lebenszyklus unterbrochen, wenn ihre Larven von einer nicht passenden Tierart aufgenommen werden. Diese natürliche Regulation begrenzt Infektionen, reduziert den Einsatz synthetischer Antiparasitika und bremst die Entwicklung von Resistenzen im Rahmen eines integrierten Tiergesundheitsmanagements.
- Verbesserung der Biodiversität: In artenreichen Dauerweiden ermöglicht die Mischweide eine bessere Regulierung dominanter Pflanzenarten. Dies erhöht die pflanzliche Vielfalt und zieht entsprechende Begleitfauna (Bestäuber, Vögel) an. Diese Diversität stärkt die funktionale Resilienz des Graslands gegenüber klimatischen und pathogenen Stressoren.
Dennoch erfordert diese Praxis besondere Aufmerksamkeit: Die Bedürfnisse der Tierarten unterscheiden sich, weshalb die Infrastruktur (Fütterung, Zugang zu Wasser, Einzäunung) angepasst werden muss. Ebenso ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den eingesetzten Tierarten notwendig, um die Vorteile vollständig nutzen zu können.
Die Mischweide fügt sich in eine agrarökologische Strategie ein, da sie die Resilienz von Tierhaltungssystemen stärkt und den Ansatz von One Health unterstützt.

Weitere Informationen
CALMEJANE, Arnaud, 2003. Intérêt du pâturage mixte entre ovins et bovins dans la gestion du parasitisme digestif en agriculture biologique. [en ligne]. 2003. pp. 107. [Consulté le 12 novembre 2025]. DOI 10.17180/ZEGQ-N974. Disponible à l’adresse : https://dumas.ccsd.cnrs.fr/dumas-04643967v1
D’ALEXIS, Séverine, ANGEON, Valérie, ARQUET, Rémy et BOVAL, Maryline, 2015. Les systèmes mixtes d’élevage de petits ruminants et de bovins : Une alternative pour améliorer les performances animales au pâturage. [en ligne]. 2015. [Consulté le 12 novembre 2025]. DOI 10.17180/ZEGQ-N974. Disponible à l’adresse : https://hal.inrae.fr/ARINRAE-INNOVAGRO/hal-01222900
FLEURANCE, Géraldine et PRACHE, Sophie, 2019. Le pâturage mixte : de nombreux atouts. In : Guide pâturage : 100 fiches pour répondre à vos questions [en ligne]. pp. 2. 47. ISBN 978-2-36343-938-3. Disponible à l’adresse : https://www.encyclopediapratensis.eu/wp-content/uploads/2019/02/Fiche-47-Le-p%C3%A2turage-mixte-de-nombreux-atouts.pdf

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