Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, das auf der Erkenntnis beruht, dass die verfügbaren Ressourcen begrenzt sind. Sie zielt daher darauf ab, deren Nutzung systematisch zu reduzieren, im Gegensatz zum derzeit dominierenden linearen Modell, das dem Schema folgt: gewinnen, produzieren, konsumieren, entsorgen. Die Kreislaufwirtschaft orientiert sich am Funktionsprinzip natürlicher Ökosysteme, indem sie Stoff- und Energieflüsse in geschlossenen Kreisläufen organisiert. Sie basiert auf drei zentralen Prinzipien:
- Reduzieren: die Entnahme und den Verbrauch von Ressourcen minimieren.
- Wiederverwenden: die Lebensdauer von Produkten verlängern, indem Reparatur, Wiederverwendung und gemeinschaftliche Nutzung gefördert werden.
- Recyceln: Rohstoffe zurückgewinnen und wieder in den Produktionsprozess eingliedern, um Stoffkreisläufe zu schliessen.
Die Kreislaufwirtschaft erfordert eine grundlegende Umgestaltung von Produktions- und Konsumsystemen und darüber hinaus eine Neubewertung unseres Verhältnisses zu natürlichen Ressourcen und deren Wert. Es handelt sich um einen systemischen Ansatz, der sich durch die Kombination verschiedener Massnahmen und die Suche nach Synergien auf unterschiedlichen Ebenen auszeichnet. Im Agrarsektor können solche Massnahmen auf mehreren Ebenen umgesetzt werden: auf Betriebsebene (z.B. Hof-Biogasanlagen, erhöhte Futterautonomie bei Kraft- und Grundfutter), zwischen Betrieben (gemeinsame Nutzung von Maschinen,zwischen Akteuren innerhalb des Sektors Schliessung von Nährstoffkreisläufen), (Nutzung von Nebenprodukten, unverkäuflichen oder nicht normgerechten Erzeugnissen) und durch Einbindung anderer Wirtschaftsbereiche (energetische Nutzung, biobasierte Materialien, Klärschlamm).
Die Kreislaufwirtschaft wird durch öffentliche Massnahmen unterstützt. In Frankreich bilden unter anderem das Gesetz zur Energiewende für grünes Wachstum (2015), der Fahrplan zur Kreislaufwirtschaft (2018) und das Gesetz gegen Verschwendung (2020) den regulatorischen Rahmen und definieren die Umsetzungsstrategie.
Die durch die Kreislaufwirtschaft angestossene Umstrukturierung der Systeme zielt darauf ab, diese in Richtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Aufgrund ihrer Schnittmengen mit der Bioökonomie stellt die Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Hebel für die agrarökologischen Transformation dar.
Weitere Informationen
Agence de l’Environnement et de la Maîtrise de l’Energie (ADEME). 2019. Nos expertises : Economie circulaire. Consulté le 01/12/19.
Aurez V., Georgeault L., Stahel W., Bourg D. 2016. Économie circulaire : système économique et finitude des ressources. De Boeck supérieur, Louvain-la Neuve. 2e Edition 336 p.
Gallouj C., Viala C. 2021. Économie circulaire dans l’univers agricole et alimentaire. 216-217 pp. Economie circulaire et univers agricole. Nourrir les hommes, créer de la valeur, préserver les ressources, Paris, Editions France Agricole, 340 p.
Institut National de l’Économie Circulaire. 2018. Livre Blanc « Systèmes agricoles et agroalimentaires circulaires ». 44p.
Ministère de la Transition Écologique et Solidaire. 2019. La feuille de route économie circulaire (FREC) : les 50 mesures. 46p.
Ministère de la Transition Écologique. 2021. La loi anti-gaspillage dans le quotidien des français : concrètement, ça donne quoi ? 34p.
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