Konzertierung
Die Konzertierung (oder gemeinsame Abstimmung) ist eine Form der freiwilligen sozialen Interaktion, die auf dem direkten Meinungsaustausch zwischen Einzelpersonen beruht. Ihr Ziel ist es, eine gemeinsame Darstellung einer Situation zu erarbeiten, um Vorschläge zu entwickeln, die die Interessen und Zwänge aller Beteiligten berücksichtigen. Im Gegensatz zur Verhandlung zielt die Konzertierung nicht zwangsläufig auf eine unmittelbare Entscheidung ab; sie findet im Vorfeld statt. Sie unterscheidet sich auch von der Konsultation, bei der Meinungen zwar eingeholt werden, aber keine direkte Gegenüberstellung der Standpunkte erfolgt.
Im Bereich des Ressourcenmanagements oder der Agroökologie ist die Konzertierung eng mit dem Begriff der Partizipation verknüpft. Diese umfasst soziale Aspekte wie Inklusion und Gerechtigkeit mit dem Ziel, alle betroffenen Akteure in die Umsetzung eines Projekts oder eine Entscheidungsfindung einzubeziehen. Trotz dieser Ambitionen bergen Partizipation und Konzertierung Risiken von Dominanz und Ausschluss. Um diese zu begrenzen, sind Moderationsmethoden erforderlich, die sicherstellen, dass alle Teilnehmenden die gleiche Chance haben, ihre Argumente einzubringen. Konzertierung bedeutet auch einen Zeitaufwand, weshalb die Beteiligten daher ein Interesse an der Teilnahme haben müssen. In der Regel engagieren sich Personen in einem solchen Prozess, wenn sie sich voneinander abhängig fühlen, um eine Herausforderung zu bewältigen, die sie als dringlich und wichtig erachten.
Die Konzertation kann eine entscheidende Rolle in agrarökologischen Transformationsprozessen spielen, da diese vielfältige Abhängigkeiten zwischen den Akteur/-innen schaffen. Die Agrarökologie setzt auf Ökosystemdienstleistungen, die oft auf der Ebene der Region oder Landschaft funktionieren (z. B. Wasserregulierung im Einzugsgebiet, Schädlingskontrolle auf Landschaftsebene). Dies erfordert Koordinationsprozesse zwischen den zahlreichen Akteur/-innen, die diese Gebiete gestalten und verwalten (Landwirt/-innen, Waldbesitzer/-innen, Behörden usw.). Die Konzertierung ermöglicht es ihnen, die Standpunkte der anderen besser zu verstehen, Übereinstimmungen und Konflikte zu identifizieren und kollektiv Optionen sowie deren Konsequenzen zu erkunden.
Weitere Informationen
Barnaud C. 2013. La participation, une légitimité en question. Natures Sciences Sociétés 21(1): 24-34. hal-01412316
Beuret J.-E. 2006. La Conduite de la Concertation – Pour la gestion de l’environnement et le partage des ressources. Paris, L’Harmattan.
Moreau C., Barnaud C (coord.). 2018. SECOLOZ : un jeu de rôles pour une gestion concertée des paysages sur le Mont-Lozère. Vidéo. Projet SecoCo : Le concept de service écosystémique : frein ou moteur pour l’action collective. 1p.
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