Kompostierung
Die Kompostierung ist ein Verfahren zur Zersetzung und Umwandlung organischer Substanz durch biologische Prozesse, an denen Mikroorganismen und grössere Bodenorganismen beteiligt sind. Der Vorgang dauert je nach Bedingungen von einigen Wochen bis zu neun Monaten und erfolgt unter kontrollierten aeroben Bedingungen (Belüftung, Temperatur, Feuchtigkeit). Die pflanzlichen und/oder tierischen Ausgangsmaterialien werden dabei stabilisiert und hygienisiert. Das Endprodukt, der Kompost, ist ein stabiler organischer Bodenverbesserer mit hohem Humusgehalt, der zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, der Bodenstruktur und der biologischen Aktivität eingesetzt werden kann.
Die Kompostierung verläuft in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen, die jeweils durch spezifische mikrobielle Aktivitäten und Temperaturverläufe gekennzeichnet sind. In der anfänglichen Aktivierungsphase werden leicht abbaubare organische Stoffe (Zucker, Zellulose) rasch zersetzt, was zu einem Temperaturanstieg auf 30–40 °C und zum grössten Teil des Masseverlusts führt. In der thermophilen Phase steigt die Temperatur auf bis zu 70–80 °C an. Dies begünstigt den Abbau komplexerer Verbindungen (Wachse, Hemizellulosen) und sorgt zugleich für eine Hygienisierung, bei der uner-wünschte Bakterien und Schadstoffe reduziert werden. In der anschliessenden Abkühlungsphase sinkt die Temperatur wieder auf etwa 40 °C, während der Abbau widerstandsfähigerer Materialien über mehrere Wochen fortgesetzt wird. In der abschliessenden Reifungsphase stabilisiert sich der Kompost bei Umgebungstemperatur. Während mehrerer Monate werden insbesondere Ligninbe-standteile weiter abgebaut und stabiler Humus gebildet.
Für einen optimalen Prozess müssen Feuchtigkeit (etwa 50–60 %) und Sauerstoffversorgung in geeigneten Bereichen gehalten werden. Die empfohlene Zusammensetzung basiert auf einem Verhältnis von etwa 70 % stickstoffreichen Materialien (z. B. Rasenschnitt, tierische Exkremente) und 30 % kohlenstoffreichen Materialien (z. B. Stroh, Äste, Holzschnitzel). Das Ergebnis ist eine stabilisierte organische Substanz, die über verschiedene Verwertungskanäle genutzt werden kann: von der privaten Anwendung über kommunale oder kommerzielle Nutzung bis hin zum Einsatz in landwirtschaftlichen Betrieben.
Kompost verbessert die Bodenstruktur und fördert allgemein die Bodengesundheit, indem er die Stabilität, die Wasserhaltekapazität und den Gehalt an Nährstoffen und Mikroorganismen steigert. Durch die Rückführung organischer Substanz in den Boden trägt die Kompostierung zur Schliessung von Nährstoffkreisläufen bei. Sie kann den Bedarf an mineralischen und organischen Düngemitteln verringern, ohne diese vollständig zu ersetzen. Zudem kann sie die Speicherung von Kohlenstoff im Boden fördern. Damit spielt die Kompostierung eine wichtige Rolle in der agrarökologischen Transformation.

Weitere Informationen
CHAMBRE D’AGRICULTURE HAUTES ALPES, 2025. Le compostage du fumier [en ligne]. Disponible à l’adresse : https://paca.chambres-agriculture.fr/fileadmin/user_upload/257_chambres_dagriculture_provence-alpescote_dazur/CA05/Documents/2025/Guide_technique_-_Compostage_du_fumier.pdf
CHAMBRE D’AGRICULTURE OCCITANIE, 2019. Guide du compostage à la ferme [en ligne]. Disponible à l’adresse : https://gard.chambresagriculture.fr/fileadmin/user_upload/235_chambre_dagriculture_du_gard/Documents/Dechets_effluents_et_Sols_matieres_organique/Guide-compostage-crao2019.pdf
ECHO-MO, 2000. Le compostage en agriculture biologique. [en ligne]. avril 2000. N° 22. Disponible à l’adresse : https://abiodoc.docressources.fr/docnum/echo_mo_22_2000_p3-4.pdf
MISRA, R.V, ROY, R.N et HIRAOKA, H, 2005. Méthodes de compostage au niveau de l’exploitation agricole [en ligne]. Disponible à l’adresse : https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/eadd8749-d337-4576-8705-e0d3efb59023/content


Haben Sie eine Meinung oder eine Frage zu dieser Definition?
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet