Integriertes Wasserressourcenmanagement
Das Integrierte Wasserressourcenmanagement (IWRM) überträgt die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung auf den Wassersektor.
Ziel ist es, innerhalb eines räumlich zusammenhängenden Gebiets die unterschiedlichen Akteure, Nutzungsansprüche und teils konkurrierenden Interessen, einschliesslich des Umweltschutzes, miteinander zu verbinden, um die Wasserressourcen langfristig zu sichern. Weil zwischen diesen Bereichen zahlreiche Wechselwirkungen und Abhängigkeiten bestehen, setzt das IWRM auf eine partizipative Governance.
Wasser ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Menschen und Ökosysteme. Gleichzeitig ist die Ressource räumlich und zeitlich ungleich verfügbar (Wasserüberfluss, Wasserknappheit, Dürre) und kann von Verschmutzung betroffen sein. Das Besondere am IWRM ist sein integrierter Ansatz auf der Ebene eines Einzugsgebiets. Dabei werden alle Wasserressourcen gemeinsam betrachtet (Grund- und Oberflächenwasser, Süss- und Salzwasser), ebenso die verschiedenen Akteure und ihre Nutzungen (Landwirtschaft, Industrie, Energieversorgung, Haushalte oder Freizeit, usw.). Gleichzeitig berücksichtigt das IWRM ökologische (z. B. Erhalt natürlicher Lebensräume) und sozioökonomische Anforderungen. Um ein Gleichgewicht zwischen Wasserangebot und Wassernachfrage zu gewährleisten und gleichzeitig die Wasserqualität zu erhalten, müssen die Wechselwirkungen zwischen menschlichen Aktivitäten sowie zwischen diesen und den natürlichen Systemen berücksichtigt werden. Das IWRM verfolgt deshalb einen strategischen und partizipativen Ansatz, der eine koordinierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen ermöglicht. In Frankreich wird diese Aufgabe von Wasseragenturen und Einzugsgebietskomitees wahrgenommen, ein Modell, das auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie (2000) inspiriert hat. Die Komitees bringen die verschiedenen Interessengruppen zusammen und erarbeiten Strategien für das jeweilige Einzugsgebiet auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen.
In Regionen mit Nutzungskonflikten oder hoher Belastung der Wasserressourcen fördert das IWRM den Dialog zwischen den lokalen Akteurinnen und Akteuren. Daraus können Anpassungen der landwirtschaftlichen Produktionssysteme hervorgehen, insbesondere durch die Förderung agrarökologischer Praktiken (konservierende Bodenbearbeitung, den Einsatz von Zwischenfrüchten zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit, Agroforstsysteme oder die Wahl besser angepasster Kulturarten und Sorten, usw.).
Weitere Informationen
Allain S. 2001. Les schémas d’aménagement et de gestion des eaux (SAGE) : une procédure innovante de planification participative de bassin. Géocarrefour, 73-3, Les territoires de la participation, pp 199 – 209. doi: 10.3406/geoca.2001.2557.
Charnay B. 2010. Pour une gestion intégrée des ressources en eau sur un territoire de montagne. Le cas du bassin versant du Giffre (Haute-Savoie). Thèse en géographie, Chambéry, Université de Savoie. 504p.
Narcy J.-B., Mermet L. 2003. Nouvelles justifications pour une gestion spatiale de l’eau. Nature Sciences Sociétés, 11, pp 135 – 145. doi: 10.1016/S1240-1307(03)00043-8.
Noël C. 2009. Organisation de la gestion de l’eau en France. Office international de l’eau. Paris, 36p.
ONEMA. 2012. La politique publique de l’eau en France. Vidéo. 8mn. Consulté le 12/03/2019
Wikipédia. 2017. Gestion intégrée des ressources en eau. Consulté le 14 février 2019.

Haben Sie eine Meinung oder eine Frage zu dieser Definition?
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet