Gekoppelte Innovation
Als gekoppelte Innovationen werden Innovationen bezeichnet, die koordiniert entwickelt werden, obwohl sie normalerweise unterschiedlichen Innovationsbereichen angehören und von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren bearbeitet werden. In einem Prozess gekoppelter Innovationen werden technische, organisatorische, institutionelle und/oder soziale Innovationen kombiniert, um ein komplexes Problem zu lösen und/oder Blockaden in sozio-technischen Systemen zu überwinden. Der Begriff „gekoppelte Innovation“ bezieht sich sowohl auf den Innovationsprozess als auch auf die daraus entstehenden Innovationen.
Gekoppelte Innovationen stellen die Akteurinnen und Akteure vor organisatorische Herausforderungen (Koordination für gemeinsames und kohärentes innovieren) und methodische Herausforderungen (Verstehen und/oder Begleiten der Entstehung gekoppelter Innovationen). Diese können durch interdisziplinäre und transdisziplinäre Forschungsansätze unterstützt werden. Living Labs sind Instrumente, die gekoppelte Innovationen fördern, indem sie die Zusammenarbeit einer Vielzahl von Akteur/-innen im Innovationsprozess ermöglichen. Gekoppelte Innovationen können auch das Ergebnis eines verantwortungsvollen Innovationssystems sein.
Beispiel: In der Île-de-France haben sich verschiedene Akteur/-innen zusammengeschlossen, um „Populationsweizen“ zu produzieren und zu vermarkten. Dabei eine Reihe von technischen Innovationen (angepasste Anbauverfahren und Produktionssysteme), technologischen Innovationen (neue Mühlen- und Backverfahren, die an die starke Variabilität dieser Weizenpopulationen angepasst sind) und organisatorischen Innovationen (Gründung einer Genossenschaft mit gesellschaftlichem Interesse, SCIC, die Landwirt/-innen, Getreidemühlen und Bäckereien koordiniert) entwickelt. Dieses Beispiel gekoppelter Innovation könnte auch auf andere Sortenmischungen übertragen werden, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Durch die Koordination von Innovationsprozessen verschiedener Akteur/-innen der Landwirtschafts- und Ernährungssysteme ist die gekoppelte Innovation ein Motor der agrarökologischen Transformation. Der Begriff wurde bisher vorwiegend verwendet, um Kopplungen zwischen landwirtschaftlichen Innovationen und Innovation in der Ernährung oder Landtechnik zu beschreiben. Sein Einsatz könnte jedoch auf andere Bereiche ausgeweitet werden.

Weitere Informationen
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Meynard, J.-M., Jeuffroy, M.-H., Le Bail, M., Lefèvre, A., Magrini, M.-B., Michon, C., 2017. Designing coupled innovations for the sustainability transition of agrifood systems. Agricultural Systems 157, 330–339. https://doi.org/10.1016/j.agsy.2016.08.002
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