Flexitarismus
Der Begriff Flexitarismus ist ein Anglizismus, zusammengesetzt aus den Wörtern «flexibel» und «Vegetarismus». Er bezeichnet eine flexible Ernährungsweise, bei dem der Konsum von Fleisch reduziert wird, ohne gänzlich darauf zu verzichten.
Die Entscheidung für diese Ernährungsweise wird von verschiedenen Motiven geleitet: ökonomischen, gesundheitlichen, ökologischen oder ethischen. Dabei kann es darum gehen, Kosten zu sparen, die eigene Gesundheit zu fördern, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten oder das Tierwohl zu unterstützen.
Obwohl für den Flexitarismus keinen offiziellen Rahmen hinsichtlich des Lebensmittelkonsums gibt, schlagen einige Studien Orientierungswerte vor, um den Flexitarismus besser einzuordnen, beispielsweise:
- mindestens drei fleischlose Tage pro Woche;
- eine einzige Portion rotes Fleisch pro Woche (ca. 100 g).
Diese Richtwerte dienen der praktischen Einordnung und haben keinen normativen Charakter.
Dieser individuelle Ernährungsansatz ist Teil eines umfassenden agrarökologischen Wandels. Der Flexitarismus fördert durch die Reduzierung des Fleischkonsums eine Transformation der Produktionssysteme hin zu vielfältigeren Modellen, insbesondere in Richtung pflanzlicher Proteine (Hülsenfrüchte, Getreide, Ölsaaten). Diese Veränderung der Nachfrage trägt dazu bei, Treibhausgasemissionen zu senken und die Landnutzung zu optimieren, indem integrierte Modelle der gemischten Landwirtschaft (Ackerbau und Viehhaltung) unterstützt werden. Zudem verringert sie den Druck auf natürliche Ressourcen wie Süsswasser.
Durch die Veränderung der Nachfrage wirkt der Flexitarismus als wichtiger sozioökonomischer Hebel der agrarökologischen Transformation: Er kann die Produktion nachhaltiger Lebensmittel und die Erhaltung der Biodiversität anregen. Somit wird die Einschränkung des Fleischkonsums zu einem Treiber für die Neugestaltung der Agrarsysteme, wodurch die Konsumentscheidungen mit nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Produktionsprinzipien in Einklang gebracht werden.

Weitere Informationen
AGENCE NATIONALE DE SECURITE SANITAIRE DE L’ALIMENTATION, DE L’ENVIRONNEMENT ET DU TRAVAIL (ANSES). (2024). Établissement de repères alimentaires destinés aux personnes suivant un régime d’exclusion de tout ou partie des aliments d’origine animale : Revue systématique des études sur les liens entre les régimes végétariens et la santé (Rapport d’expertise collective, Saisine n° 2019-SA-0118). Maisons-Alfort : ANSES.
IFOP. (2021). Végétariens et flexitariens en France en 2020 (Rapport). FranceAgriMer. https://www.franceagrimer.fr/chiffre-et-analyses-economiques/vegetariens-et-flexitariens-en-france-en-2020
ROCKSTRÖM, J., THILSTED, S. H., WILLETT, W. C., GORDON, L. J., HERRERO, M., HICKS, C. C., MASON-D’CROZ, D., RAO, N., SPRINGMANN, M., WRIGHT, E. C., AGUSTINA, R., BAJAJ, S., BUNGE, A. C., CARDUCCI, B., CONTI, C., COVIC, N., FANZO, J., FOROUHI, N. G., GIBSON, M. F., … DECLERCK, F. (2025). The EAT–Lancet Commission on healthy, sustainable, and just food systems. The Lancet, 406(10512), 1625 1700. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)01201-2
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