Extensive Tierhaltung
Die extensive Tierhaltung ist eine betriebsmittelarme Form der Tierhaltung, die weder eine hohe Individualleistung pro Tier noch eine hohe Flächenproduktivität anstrebt.
Sie ist gekennzeichnet durch niedrige Besatzdichten und die vorrangige Nutzung von Grundfutter aus natürlichen Ressourcen wie Dauergrasland, Naturwiesen sowie durch einen hohen Anteil von Weideflächen.
Damit extensive Systeme wirtschaftlich tragfähig bleiben, müssen sie die Produktionskosten niedrig halten und hochwertige Vermarktungswege finden (z. B. Direktvermarktung, Qualitätskennzeichen). Sie nutzen in der Regel robuste, an lokale Bedingungen angepasste Rassen, die mit anspruchsvollem Terrain und begrenzten Futterressourcen zurechtkommen. Wo Ackerbau kaum möglich ist, kann der punktuelle Zukauf von Kraftfutter erforderlich sein, um beispielsweise eine hohe Milchproduktion zu Beginn der Laktation zu ermöglichen, ohne das Tierwohl zu gefährden. Solche Systeme gelten dann als semi-extensiv. Extensivität kann also in verschiedenen Abstufungen auftreten.
Die extensive Tierhaltung erbringt wichtige Ökosystemdienstleistungen und trägt zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt des Graslands bei. Sie ist ein agrarökologischer Ansatz, der attraktive Landschaften für den Tourismus erhält, soziale Strukturen in benachteiligten Regionen stärkt und gleichzeitig Qualitätsprodukte liefert. Diese Systeme veranschaulichen das Konzept „One Health“: Die Gesundheit von Boden, Nutztieren und Konsumenten ist untrennbar miteinander verbunden.
Weitere Informationen
Centre d’activités régionales pour la Consommation et la Production Durables. 2018. Deux types de gestion aux caractéristiques presque opposées. Consulté le 27/10/2018.
Landais E., Balent G. 1991. Pratiques d’élevage extensif : identifier, modéliser, évaluer. Editions Inra, Versailles. 389 p. ISBN 9782738005250.
Rieutort L., et al. 2014. Filières innovantes, territoires vivants : atlas de l’élevage herbivore. Editions Autrement. 95 p. ISBN 9782746738270.


Haben Sie eine Meinung oder eine Frage zu dieser Definition?
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet