Ernährungssicherheit
Ernährungssicherheit ist ein Konzept, das durch den Zugang aller Individuen einer Bevölkerung zu qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln in ausreichender Menge definiert ist, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Dieses Konzept umfasst die Begriffe Recht auf Nahrung, Ernährungsgerechtigkeit und Ernährungsrisiko. Aus agrarökologischer Perspektive bedeutet Ernährungssicherheit den Aufbau nachhaltiger und resilienter Ernährungssysteme.
Solche Systeme müssen das Recht auf Nahrung gewährleisten, d. h. jedem Individuum den Zugang zu Lebensmitteln ermöglichen, die seinen physiologischen Anforderungen und soziokulturellen Präferenzen entsprechen. Sie müssen zudem auf Ernährungsgerechtigkeit hinwirken, also auf einen gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen unabhängig von sozialen und räumlichen Faktoren. Schliesslich muss die Ernährungssicherheit Ernährungsrisiken und -ängste durch eine bessere Rückverfolgbarkeit und das Erreichen von Zielen der Lebensmittelsicherheit verringern.
Mit einem agrarökologischen Ansatz wird ein System der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung auf lokaler Ebene bevorzugt, das kulturelle Traditionen respektiert. Dieses Landwirtschafts- und Ernährungssystem trägt zur Entwicklung der Region bei, indem es lokale Wertschöpfungsketten unterstützt. Da es eine faire wirtschaftliche Verteilung unter den Akteuren und Akteurinnen (von Produzent/-innen bis zu Konsument/-innen) gewährleistet, kann es wirtschaftlich tragfähig sein. Die Akteure und Akteurinnen wenden agrarökologische Praktiken an, die an das Produktionspotenzial der jeweiligen Region angepasst sind. Diese ökologisch intensive Landwirtschaft minimiert den Verbrauch fossiler Brennstoffe und maximiert die Ökosystemdienstleistungen. Solche Systeme wurden oder werden weltweit eingesetzt, mit zuweilen genügsamen Ergebnissen – wie etwa die Landwirtschaft in Kuba in den 1990er Jahren infolge des US-Embargos und des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Dieser besondere Kontext machte damals die Rückkehr zu einem insularen Ernährungssystem auf Basis agrarökologischen Techniken erforderlich, um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu decken.
Durch ihre sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Dimensionen kann die Agrarökologie somit der Schlüssel zu einer nachhaltigen Ernährungssicherheit für heutige und künftige Generationen sein.

Weitere Informationen
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