Bioressource
Bioressourcen, auch biologische Ressourcen genannt, umfassen sämtliche Materialien, die von lebenden Organismen stammen und direkt oder indirekt aus der Photosynthese hervorgehen. Dazu zählen sowohl Biomasse, also die Gesamtheit biologischer Stoffe und biotischer Komponenten von Ökosystemen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen), als auch biogene Abfälle. Bioressourcen stellen erneuerbare Rohstoff- und Energiequellen dar und können vom Menschen direkt oder indirekt genutzt werden.
Als kohlenstoffhaltige Produkte der Photosynthese sind sie zudem durch diesen Prozess wieder erneuerbar. Sie können fossile Energieträger ersetzen und tragen so zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und Verringerung der Abhängigkeit von endlichen und umweltschädlichen Ressourcen bei.
Die Erzeugung von Bioressourcen umfasst die Sektoren Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Aquakultur und Fischerei. Insbesondere die Landwirtschaft ist ein wichtiger Lieferant, da sie tierische Ausscheidungen, organische Abfälle, Nutzpflanzen und Ernterückstände bereitstellt. Diese Bioressourcen werden vielfältig genutzt, beispielsweise für die Ernährung (menschlich und tierisch), für energetische Zwecke (Biokraftstoffe, Wärme, Strom), zur Herstellung biobasierter Materialien (etwa im Bauwesen oder in der Textilproduktion) oder zur organischen Düngung.
Die Gesamtheit der Aktivitäten zur Produktion und Verarbeitung von Bioressourcen wird als Bioökonomie bezeichnet. Ziel ist es, biologische Ressourcen effizient und nachhaltig zu nutzen und aufzuwerten. Die Bioökonomie findet Anwendung in zahlreichen Bereichen, darunter die Lebensmittelindustrie, das Gesundheitswesen, die chemische Industrie, die Textilbranche und das Bauwesen.
Als erneuerbare Ressourcen mit hohem Potenzial ermöglichen Bioressourcen die Wiederverwertung von Kohlenstoff und begrenzen dessen Emissionen. Sie sind somit ein zentraler Bestandteil von Strategien der nachhaltigen Entwicklung und der Kreislaufwirtschaft. Aufgrund ihrer erneuerbaren Eigenschaften integrieren sie sich in agrarökologische Praktiken. Diese zielen unter anderem darauf ab, den Einsatz kritischer Ressourcen (Pestizide, fossile Energie…) zu reduzieren und stattdessen natürliche Prozesse und Ökosystemdienstleistungen stärker zu nutzen. Gleichzeitig muss die Nutzung von Biomasse sorgfältig abgewogen werden, da ihre Produktion mit Umweltwirkungen verbunden ist und ihr Potenzial im Zuge des Klimawandels tendenziell abnimmt.
Weitere Informationen
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