Alles Wissenswerte über die Mitwirkung am dicoAE!

Kommentare und Rückmeldungen

Ziel: Bestehende Definitionen durch wissenschaftlichen Austausch weiterentwickeln.

Wer kann mitwirken? Alle Interessierten.

Die Definitionen im dicoAE werden laufend weiterentwickelt und sind nicht als unveränderliche Texte gedacht. Deshalb können alle Interessierten die veröffentlichten Definitionen kommentieren. Die Rückmeldungen fördern den wissenschaftlichen Austausch zwischen Fachleuten und den Autorinnen und Autoren der Definitionen. Sie tragen dazu bei, die Inhalte zu vertiefen und bei Bedarf zu überarbeiten.

Ablauf: Die Kommentare werden über ein dafür vorgesehenes Formular eingereicht.

Das Redaktionskomitee prüft zunächst alle eingegangenen Kommentare. Ausgeschlossen werden Beiträge, die nicht zum thematischen Rahmen des Wörterbuchs passen oder keinen sachlichen wissenschaftlichen Austausch fördern, der eine Weiterentwicklung der Definitionen ermöglicht.

Die freigegebenen Kommentare werden anschliessend an die Autorinnen und Autoren der betreffenden Definition weitergeleitet.

Zu definierende Begriffe

Ziel: Das Wörterbuch um weitere Begriffe aus dem Bereich der Agrarökologie ergänzen.

Wer kann mitwirken? Alle Interessierten.

Das Redaktionskomitee führt eine laufend aktualisierte Liste mit relevanten Begriffen aus dem Bereich der Agrarökologie. Ihre Vorschläge sind willkommen, um diese Liste zu erweitern. Teilen Sie uns gerne mit, welche Begriffe Ihrer Meinung nach im Wörterbuch definiert werden sollten!

Ablauf: Schlagen Sie über das dafür vorgesehene Formular einen Begriff vor.

Damit das Redaktionskomitee den Vorschlag beurteilen kann, sollte kurz erläutert werden, weshalb der Begriff ins Wörterbuch aufgenommen werden sollte. Gründe können beispielsweise seine Verwendung in der landwirtschaftlichen Praxis, seine Bedeutung in aktuellen Diskussionen oder seine Erwähnung in der Fachliteratur sein.

Die Definitionen

Ziel: Fachlich fundierte, verständliche und mit der Agrarökologie verbundene Definitionen erarbeiten.

Wer kann mitwirken? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrende, Studierende sowie Akteurinnen und Akteure aus der Landwirtschaft.

Immer mehr Forschende, Lehrende, Studierende und Fachleute aus der Landwirtschaft beteiligen sich an der Erstellung der Definitionen und der allgemein verständlichen Erklärvideos des Wörterbuchs. Auch Sie können eine Definition für einen neuen Begriff vorschlagen. Dabei sind die redaktionellen Vorgaben des Wörterbuchs einzuhalten.

Redaktionelle Vorgaben

1. Aufbau und Umfang: Eine Definition umfasst rund 300 Wörter (± 10 %) und besteht aus drei Teilen:

  • Der erste Absatz enthält eine kurze Definition des Begriffs (höchstens 3 bis 5 Sätze).
  • Im Hauptteil wird der Begriff vertieft erläutert. Dabei können unterschiedliche Bedeutungen, Verwendungsweisen und Anwendungsbereiche dargestellt und voneinander abgegrenzt werden.
  • Der Schlussabsatz stellt den Bezug zur Agrarökologie her (höchstens 1 bis 3 Sätze).

2. Sprachliche und fachliche Qualität: Bei der Formulierung sind die drei Grundprinzipien aus dem 2009 veröffentlichten Werk La rédaction de définitions terminologiques des Office québécois de la langue française zu beachten (Vézina et al., 2009).

  • Prinzip der Prägnanz: „ Eine Definition muss unmittelbar auf den Punkt kommen und kurz sein, jegliche Redundanz sowie unnötige Wörter vermeiden und Begriffe bevorzugen, die Umschreibungen zusammenfassen. Das Prinzip der Prägnanz verlangt vom Verfasser, sich auf die wesentlichen und notwendigen Merkmale zu beschränken, da jede übermässige Anhäufung von Merkmalen Gefahr läuft, die Definition in eine enzyklopädische Abhandlung zu verwandeln.“ (S. 12)
  • Prinzip der Klarheit: „Die Bedeutung und Struktur der Definition müssen frei von Mehrdeutigkeiten sein, und die verwendeten Begriffe müssen unmissverständlich sein, um zu verhindern, dass sie Raum für Interpretationen lässt oder Verwirrung hervorruft.“
  • Prinzip der expliziten Darstellung und Angemessenheit: Die Hauptfunktionen einer Definition bestehen darin, Konzepte zu beschreiben, sie abzugrenzen, sie voneinander zu unterscheiden und die Beziehungen herzustellen, die sich im Begriffssystem widerspiegeln.

Der eigentliche Definitionstext enthält keine direkten Literaturzitate, es sei denn, ein Zitat ist besonders relevant. Die Autorinnen und Autoren müssen sich bei der Erstellung der Definition jedoch auf die Fachliteratur stützen und dürfen höchstens sechs Quellen angeben. Darunter müssen mindestens zwei Quellen aus wissenschaftliche Publikationen sein (Veröffentlichungen in Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren oder Fachbücher) sowie mindestens zwei Quellen aus der grauen Literatur (Berichte, Leitfäden, technische Merkblätter, Webseiten usw.).

Zusammenfassung 

  • Auf das Wesentliche konzentrieren und Wiederholungen vermeiden.
  • Mehrdeutigkeiten vermeiden und präzise Fachbegriffe verwenden.
  • Konzepte beschreiben, veranschaulichen und klar voneinander abgrenzen.
  • Quellen aus der wissenschaftlichen Fachliteratur und aus der grauen Literatur angeben.

3. Die Definition wird durch eine geeignete Abbildung ergänzt, die von der Autorin oder dem Autor erstellt oder ausgewählt wurde (Foto, Schema oder Grafik). Die Abbildung muss frei verwendbar sein oder es müssen die erforderlichen Nutzungsrechte vorliegen.

Die Abbildung wird mit einem klaren und aussagekräftigen Titel sowie einer erläuternden Bildunterschrift versehen. Die Herkunft ist anzugeben, beispielsweise durch Nennung der Fotografin oder des Fotografen oder der Datenquelle. Die verwendeten Begriffe sollen mit der Terminologie der Definition übereinstimmen.

4. Optionales Erklärvideo: Es besteht die Option, ein kurzes Erklärvideo (unter 5 Minuten) zu erstellen. Dieses kann von Studierenden der École nationale supérieure d’audiovisuel (ENSAV) in Zusammenarbeit mit den Autorinnen und Autoren realisiert werden.

Ablauf von der Erstellung bis zur Veröffentlichung einer Definition

Schritt 1: Vorschlag einreichen

Eine Autorin oder ein Autor beziehungsweise eine Autorengruppe reicht einen ersten Definitionsentwurf ein. Dieser muss die redaktionellen Vorgaben erfüllen und auf einschlägiger Fachliteratur beruhen. Mindestens eine beteiligte Person muss einer öffentlichen Forschungseinrichtung angehören.

Das Redaktionskomitee prüft zunächst, ob der Entwurf den formalen Vorgaben entspricht. Dabei achtet es insbesondere auf die Quellenangaben am Ende der Definition und auf eine beigefügte Abbildung. Erst danach wird der Vorschlag zur fachlichen Diskussion zugelassen.

Schritt 2: Fachliche Diskussion und Freigabe

Die Definition wird in einem Diskussionsseminar dem Redaktionskomitee mündlich vorgestellt. Bei Bedarf werden weitere Fachleute eingeladen, um unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen (Agronomie, Ökologie, Nutztierwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie…).

Die gemeinsame Diskussion soll die Definition verbessern und präzisieren sowie ihre wissenschaftliche Gültigkeit sicherstellen. Je nach Rückmeldungen überarbeiten die Autorinnen und ihren Entwurf und reichen ihn erneut ein. Bei umfangreichen Anpassungen kann ein weiteres Diskussionsseminar stattfinden.

Die Veröffentlichung wird grundsätzlich im Konsens des Redaktionskomitees beschlossen. Bei Uneinigkeit entscheiden die Chefredakteurinnen und Chefredakteure. Kann keine Einigung erzielt werden, liegt die Entscheidung bei der Publikationsleitung des INRAE.

Schritt 3: Übersetzung, Online-Veröffentlichung und Verbreitung

Nach der Freigabe der französischen Definition müssen die Autorinnen und Autoren eine englische Fassung des Textes und der Abbildung erstellen. Zudem ist eine deutsche Fassung vorgesehen, die von den Schweizer Partnerorganisationen des Wörterbuchs erarbeitet wird.

Die mehrsprachige Definition wird auf der Webseite des dicoAE veröffentlicht und zusätzlich im Open-Access-Repositorium HAL INRAE archiviert. Sie erhält einen eindeutigen DOI und wird unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 bereitgestellt.

  • Namensnennung (BY): Die Nutzerinnen und Nutzer müssen das dicoAE und die Autorinnen und Autoren als Quelle nennen.
  • Nicht kommerziell (NC): Eine kommerzielle Nutzung ist ohne entsprechende Genehmigung nicht erlaubt.
  • Keine Bearbeitung (ND): Änderungen an der Definition sind nur mit Zustimmung der Autorin oder des Autors und des Redaktionskomitees zulässig.

Gemeinschaftliches Werk: Die Definition wird als gemeinschaftliches Werk dem dicoAE zugeordnet. Die Urheberschaft der beteiligten Autorinnen und Autoren bleibt dabei anerkannt.

Die Autorinnen und Autoren können jederzeit für eine Überarbeitung der Inhalte kontaktiert werden, insbesondere bei neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen.

Schritt 4: Erklärvideo erstellen (optional)

Zu jeder Definition kann ein kurzes Erklärvideo von Studierenden der École nationale supérieure d’audiovisuel (ENSAV) produziert werden. Die Videos dauern weniger als fünf Minuten und vermitteln die Kernaussagen auf verständliche Weise.
Begleitet von den Autorinnen und Autoren der Definitionen nutzen die darin geschulten Studierenden ihre Präzision und Kreativität, um kurze Erklärvideos zur Wissenschaftskommunikation zu produzieren. Für die Realisierung greifen sie auf verschiedene Techniken zurück: Interviews mit den Autorinnen und Autoren oder mit Fachleuten aus der Landwirtschaft, verbunden mit Vor-Ort-Aufnahmen und Erfahrungsberichten über agrarökologische Praktiken, Infografiken, Reportagen, fiktive Elemente…

Für die Erstellung eines Videos muss mindestens eine Autorin oder ein Autor der Definition die Produktion begleiten. Die endgültige Freigabe wird von allen Autorinnen und Autoren erteilt.

Einbezug der Studierenden

Das dicoAE fördert die aktive Beteiligung von Studierenden an der Erarbeitung von Definitionen und an der Produktion von Erklärvideos. Die Mitarbeit erfolgt im Rahmen von Lehrprojekten, die von Lehrenden mit Forschungstätigkeit betreut und von dem Redaktionskomitees des dicoAE genehmigt werden. Interessierte Lehrteams können sich an das Redaktionskomitee wenden.

> Weitere Informationen zu den Lehrprojekten rund um das Wörterbuch.

Sie berichten über ihren Beitrag zum Wörterbuch > Stimmen der Autorinnen und Autoren!

Das Lehrkonzept geht über die reine Nutzung des Wörterbuchs hinaus. Im Rahmen verschiedener Kooperationen haben Studierende agrar- und biowissenschaftlicher Hochschulen (ENSAT, Purpan…) an der Formulierung von Definitionen und deren Übersetzung ins Englische mitgewirkt. Diese Aufgabe ist Bestandteil ihres Ausbildungsprogramms.

Ziel ist es nicht nur, Studierende für agrarökologische Fragestellungen zu sensibilisieren und fachlich auszubilden, sondern sie auch dazu zu befähigen, die agrarökologische Transformation aktiv mitzugestalten. Die Mitarbeit an den Definitionen bietet ihnen dafür eine besondere Lernerfahrung.

Testimonials der Beteiligten:

„Eine sehr gute Übung, um komplexe Konzepte, die wir täglich verwenden, in Worte zu fassen.“ (P. Romeyer, Studentin an der Toulouse INP-Purpan).

„Eine hervorragende Gelegenheit, sich vertieft mit Konzepten auseinanderzusetzen, präziser zu schreiben und die eigene Argumentation zu schärfen.“ (J.-P. Sarthou, Verantwortlicher für die Ausbildung AGREST, Toulouse INP-ENSAT).

„Eine praxisnahe Übung, um Forschungsergebnisse für die Gesellschaft verständlich aufzubereiten – eine wichtige Kompetenz für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure!“ (A. Brin und S. Giuliano, Verantwortliche des Studiengangs ADD, Toulouse INP-Purpan).

„Ich halte diese Übung für eine einzigartige Lehrmethode, die in vielerlei Hinsicht sehr wirksam ist. Es ist eine der wenigen Aufgaben, bei denen Studierende aufgefordert werden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, Inhalte für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten und auf «technisches Fachjargon» zu verzichten. Besonders innovativ ist der interdisziplinäre Ansatz des Wörterbuchs: Die betreuende Person verfügt nicht über DIE eine, endgültige Definition. Wir vermitteln nicht mehr nur Wissen, sondern entwickeln es gemeinsam weiter. Lehrende und Lernende kommen zusammen und verändern dabei beide ihre Sichtweisen! Ich bin überzeugt, dass diese Lehrmethode besonders geeignet ist, um die Komplexität agrarökologischer Konzepte zu vermitteln. In einer klassischen Lehrveranstaltung hätte ich meine eigene Sichtweise präsentiert, die möglicherweise weniger breit diskutiert worden wäre. Hier hingegen haben die Studierenden ihre eigene Definition erarbeitet.“ (Bernard Reilac, Toulouse INP-Purpan).

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